Pressemitteilung

 

Hunde aus Kamerun oder Abzocke beim Hundekauf

 

Über Betrügereien mit reinrassigen Hunden aus dem Ausland

Leipzig, 01.09.2008 - Hunde kann man prima über das Internet kaufen. Man

sieht die Fotos der Hunde bzw. der Welpen, kann den Preis vergleichen und

selbst aus dem Ausland kann man Hunde bestellen. Zum Beispiel aus Kamerun.

Eine interessante Sache für alle, die billig einen reinrassigen Hund kaufen

möchten. Auch wenn es diesen Hund nach der Bezahlung nicht mehr gibt.

Wie so oft werden auch hier reinrassige Hunde beliebter Hunderassen wie Bulldogge,

Shih Tzu oder Chihuahua im Internet angeboten - zu einem komfortablen Preis bis

450 Euro, den man bei einem Züchter nicht unbedingt erwarten kann. Natürlich ist

auch ein nettes Foto des kleines Hundes beigefügt, das dem Liebhaber und

potenziellen Käufer das Herz höher schlagen lässt. In der neuesten Variante der

Inserate findet man sogar Namen von in Deutschland eingetragenen Zwingern bzw.

Züchtern, um den Anschein von Seriosität zu erwecken.

Man nimmt per Mail Kontakt auf und erfährt, dass die Hunde angeblich aus

Kamerun stammen, von einem Züchter sind und nach Deutschland an die Haustür

oder wenigstens bis zum nächsten Flughafen geliefert werden. Bilder werden gern

geschickt und natürlich bei Interesse eine Anzahlung vom "halben Preis" im Voraus.

Gerne zahlt man wegen der nötigen Reservierung dann auch etwas mehr. Wo es doch

so viele Anfragen gibt und angeblich wurden ja auch schon mehrere Welpen nach

Deutschland verkauft.

Eine Anfrage von Snautz.de wurde schnell beantwortet, mit leicht verstelltem

Deutsch. Jawohl, die Hunde sind zu kaufen und zwar kommen diese aus Kamerun

von einem sehr guten Züchter. Gesundheitspapiere, Zertifikate und so weiter alles

okay. Dabei gibt es laut Auskunft der deutschen Botschaft in Kamerun gar keine

Hundezüchter und somit auch keinen Zuchtverein!

Glücklicherweise sind noch genau ein Rüde und eine Hündin da, sodass man bei der

Auswahl des Geschlechts auch das bekommt, was man möchte, sich aber auch

beeilen muss. Später soll die Anzahlung über die Postbank erfolgen, noch später kann

man dies der Einfachheit halber über die Western Union tun. Geht ja auch schneller,

wo doch der liebe Kleine so gut wie im Flugzeug sitzt.

Selbstverständlich muss man vorher noch mitteilen, welcher Flugplatz in der Nähe

ist, damit das liebe Hündchen nach dem anstrengenden Flug keinen weiten Weg in

sein neues Heim hat. Wenn dann angezahlt ist, wird erklärt, dass der Hund umgehend

per Flugzeug kommt. Der Flug mit den Ankunftszeiten wird bekanntgegeben und ab

geht die Hunde-Flugpost.

Leider gibt es da ein kleines unerwartetes Problem. Man erhält eine weitergeleitete

Mail von einem Flughafen in Frankreich. In der Mail wird mitgeteilt, dass der

deutsche Zoll Probleme bei der Einreise des Welpen macht. Oder der französische?

Egal, eine Einfuhrsteuer ist nötig. Diese Steuer ist neu und muss bezahlt werden.

Sofort, sonst sitzt der Hund fest. Die Zollgebühren belaufen sich auf 100 Euro

zusätzlich, welche man aber nicht allein tragen muss: Käufer und Verkäufer teilen

sich die Summe zu jeweils 50 Prozent. Bitte aber erstmal schnell die 100 Euro

überweisen, die 50 Euro werden dann bei der Übergabe des Hundes von der

Restsumme des Kaufpreises abgezogen. Die Zollpreise variieren hier etwas.

Ein anscheinend auf die Naivität des Kunden zugeschnittenes Programm läuft jetzt

ab. So wird mal schnell eine extra Flugversicherung verlangt, 250 bis 350 Euro. Oder

eine Impfung fehlt. Der Vetärinär des Flughafens berechnet da auch mal eben 350

Euro. Kein Problem, wird alles vom Restkaufpreis abgezogen oder zurückgezahlt.

Der Welpe ist ja auch schon bis nach Frankreich gekommen. Sonst wird der Hund auf

dem Flughafen eingezogen und ins Tierheim gebracht. Und da man seinen neuen

Liebling retten muss, die ganze Familie oder auch Freunde von dem freudigen

Ereignis bereits informiert sind, schiebt man nochmals Geld nach.

Selbstverständlich haben die Verkäufer umgehend versucht, den Käufer telefonisch

zu kontaktieren, aber leider lässt sich aus Kamerun keine Verbindung herstellen.

Umgedreht geht auch nichts. So wie vorher schon. Deshalb alles schnell per Mail und

Western Union. Jetzt endlich geht es weiter. Der Hund kommt ja nun mit der

nächsten Maschine. Was er natürlich nicht tut.

Sollten Sie in der nächsten Zeit traurige Menschen mit Hundekörbchen auf dem

Terminal warten sehen, es muss sich nicht unbedingt um einen armen Hund aus der

Tierhilfe handeln...

Über Snautz.de:

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vermittelt Hunde und Katzen von Züchtern und Privatpersonen sowie

Dienstleister wie Hundeschulen, Hundepensionen, Urlaub mit Hund und Tierärzte.

Im Juni 2008 wurde der neue Tiermarkt von Ronny Multrus und Mario Jessat als

Nachfolger des bis dahin bereits seit über zwei Jahren im Hundemarkt etablierten

Hundefinder.de gestartet. Multrus hält dabei als Inhaber die geschäftlichen und

technischen Leinen in der Hand, während Jessat mit über 30 Jahren Erfahrung als

Hundeausbilder, -sportler und -züchter das nötige Know-How im Hundebereich

mitbringt.

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